Sherry aus Jerez PDF Print E-mail

ImageWieder einmal konnten wir die Herstellung von Spezialitäten dort besichtigen, wo sie entstehen. Im Rahmen eines Urlaubs in Andalusien besuchten wir den Ort Jerez de la Frontera, der bekannt ist für seine Sherry-Manufakturen. Weitere Sherry Hochburgen sind Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María.

Durch seine vielen Nuancen und Geschmacksbildern passt der Sherry zu vielen Anlässen und Gerichten. Er zählt zu den Likörweinen und gelangte über englische Handelsunternehmen zu Weltruhm.

ImageEin bedeutender Hersteller ist Sandeman, der in Jerez ein gut gepflegtes Besucherzentrum unterhält. Dort können sich Interessierte einen Eindruck von dem Herstellungsprozess machen und an Ort und Stelle degustieren. 

Grundlage des Sherry ist der trockene Weißwein der Palomino Traube. Dieser wird nach der Erstellung mit Brandwein versetzt, wodurch sein Alkoholgehalt um 3 bis 8 Vol% steigt. Hier zeigt sich der Unterschied zum Portwein, bei dem zu den noch nicht fertigen Wein zum Unterbrechen der Gärung Brandwein hinzugegeben wird. Damit der Sherry die charakteristischen Geschmacksnoten wie Mandeln, Haselnüsse oder auch Walnüsse annimmt, wird dieser in Fässern gelagert. Damit der Wein Gelegenheit hat, mit der Atlantik-Luft zu reagieren, werden diese lediglich zu 2/3 gefüllt.

ImageIm Laufe der Reifung, die bis zu 30 Jahre dauern kann, werden die gereiften Weine verschnitten. Das bedeutet, dass nach jeden Reifegrad ein Drittel des Sherry entnommen wird und mit Sherry des nächst jüngeren Reifegrades aufgefüllt wird. Praktischerweise lagern dazu die Fässer übereinander und werden von oben nach unten aufgefüllt. Die unterste Fassreihe wird Solera genannt, wodurch dieses Verfahren auch Solera-Verfahren genannt wird. Ausschließlich die Solera-Fässer enthalten das Endprodukt.

Die oben beschriebene Herstellungsweise sichert eine gleichbleibende Qualität und erklärt, warum Sherry nicht mit Jahrgangsbezeichnungen angeboten werden. Einen großen Einfluss auf die Sherryart nimmt der Flor, eine Hefeschicht die sich auf der Oberfläche der Sherry im Fass bildet und den Wein "versiegelt". Je nach Grad der Florausbreitung entstehen die Sorten Fino (vollständige Ausbreitung des Hefeteppichs und somit Auschluss der Oxidation durch Luft) und Oloroso (wenig bis keine Ausbreitung des Hefeteppichs und somit starker Kontakt mit der Außenluft). 

Bekannte Sorten sind:

- Fino: relativ junger, trockener, gelblicher Sherry; Alhologehalt 15 bis 17 Prozent; mind. 3 Jahre alt; gut gekühlt servieren; gut geeignet als Aperitif
- Manzanilla:  stammt aus Sanlúcar de Barrameda, Alkoholgehalt 15 bis 16 Prozent; gut gekühlt servieren; gut geeignet als Aperitif
- Amontillado: geschmacklich ausgeprägtester Fino; trockener, gelblicher Sherry; Alkoholgehalt 16 bis 22 Prozent; nussiger Geschmack; leicht gekühlt servieren
- Oloroso: trockener, kräftiger, dunkler Sherry; Alkoholgehalt 17 bis 20 Prozent; nussige Geschmacksnote; manchmal leichte Süße, leicht gekühlt servieren
- Cream: süßlicher, kräftiger, dunkelroter Sherry, Oloroso wird dabei mit Süßweinen (Sorte Pedro Ximénez) verschnitten; Alkoholgehalt 16 bis 18 Prozent; leicht gekühlt servieren; gut geeignet als Aperitif

ImageDarüber hinaus gibt es viele spezielle Sherrysorten, die alle ihre Liebhaber auch außerhalb England finden.

Alte Sherry-Fässer sind übrigens die Grundlage für hochwertige Single-Malt Whiskys, die in diesen reifen und den Geschmack und die Farbe annehmen. 

Sherrys werden aus kleinen tulpenförmigen Gläsern getrunken. Wichtig ist, dass das Glas die Aromen gut einfängt. Für alle Sherrys gilt, dass sie nach dem Öffnen relativ schnell verbraucht werden. Geöffnete Sherrys somd ca. 4 Wochen im Kühlschrank aufzubewahren. 

 
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